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Luftbild

Im Jahre 1873 wurde in Borna eine Realschule II. Ordnung eröffnet. Erster Rektor war Prof. Dr. Klotzsch.
Ab Ostern 1874 hatte die Realschule 4 Klassen, wobei eine Klasse im Ratskeller des Rathauses untergebracht wurde, eine weitere Klasse zu Ostern 1875 in ein Haus des Apothekers Goedel hinter dem Rathaus einziehen musste. Am 27. Mai 1875 folgte in aller Stille der Umzug in den Ostflügel des sich im Bau befindlichen neuen Schulgebäudes der Bürgerschule am heutigen Dinterplatz (jetzige Dinterschule). Aber auch hier reichte der Platz nicht ewig. In den Jahren 1884-1886 wurden einige Klassen mit weniger Schülern in 4 Zimmern des alten städtischen Bürgerhospitals in der Hausgasse unterrichtet.
Ab November 1879 hatte die Städtische Realschule das Recht zur Reifezeugnisausstellung erhalten. Zu Ostern 1884 kam es zur Umbenennung in "Städtisches Realgymnasium". Bereits 13 Jahre nach der Eröffnung der Realschule, genauer gesagt am 5.10.1886, wurde das neue Schulgebäude in der Königstraße übergeben. Den Entwurf dieses Gebäudes lieferte der Leipziger Architekt Rohmer. Der Bau wurde von den Bornaer Baumeistern Wangemann und Eichler ausgeführt. Obwohl endlich ein neues Gebäude zur Verfügung stand, erwies sich jedoch später auch dieses viel zu klein. Die Turnhalle des Gebäudes wurde 1894 in einen Fest-und Betsaal umgebaut, aus diesen Gründen fand der Turnunterricht in der Turnhalle des Turnvereins 1844 statt.
 

 

Durch die Überführung in staatliche Verwaltung gelangte unsere Schule am 15.01.1908 an den heutigen Prachtbau am Breiten Teich. Das einem Schloss gleichende Gebäude wurde unter der Leitung des Stadtbaumeisters Hofman nach den Plänen des Architekten Kempe aus Bautzen, einem ehemaligen Schüler, im Jugendstil erbaut. Mit seinem, zur damaligen Zeit, gelben Terranovaputz und rotem Ziegeldach, passte es sich bereits damals wunderbar der Landschaft an. Schon lange steht dieses baugeschichtlich und kunsthistorisch wertvolle Gebäude unter Denkmalschutz.
Damals entsprach die Inneneinrichtung den modernsten Anforderungen an den Unterricht eines Realgymnasiums. Zwischen 1908 und dem II. Weltkrieg veränderte sich das neu errichtete Jugendstilgebäude kaum. Die einzige bauliche Veränderung war die Erweiterung der Turnhalle. Diese war 1938 nötig geworden. Die Halle wurde zu klein. Es erfolgte außerdem der Anbau von Umkleideräumen an den Verbindungsgang zwischen Turnhalle und Schulhaus.
1922 wurde die Gedenktafel mit den Namen aller gefallenen Lehrer und Schüler im I. Stock an die Wand gebracht. In diesem Jahr wird auch das Seminar für Lehrer auf Anordnung des Sächsischen Ministeriums mit dem Realgymnasium vereint. Der dortige Leiter mit Namen Preil leitete nun für zwei Jahre mit dem Rektor des Realgymnasiums Dr. Kötz gleichberechtigt die Schule. Zu dieser Zeit wurde das Seminargebäude (die ehemalige Pestalozzi-Schule/Gymnasium und das Landratsamt) zudem als Internat und Unterrichtsräume für die unteren Klassen genutzt. Einen entscheidenden Einschnitt stellte das Schuljahr 1936/37 dar. In diesem Jahr legten die Schüler der 12. Klasse (Unterprima) und die der 13. Klasse (Oberprima) ihr Reifezeugnis ab, da eine Schulreform die Reduzierung von 13 auf 12 Schuljahre verlangte.
   
Ab dem Ende des Jahres 1944 wurde das Schulgebäude zeitweilig als Lazarett genutzt. Trotz eines weißen Kreuzes auf dem Dach wurde die Schule von Bomben getroffen. Die Schäden am Gebäude blieben zum Glück gering. Die Turnhalle wurde zur Flüchtlingsunterkunft. Alle diese Ereignisse hinterließen Spuren am Schulgebäude. Für eine generelle Instandsetzung des Hauses fehlte das Geld, da die Kosten für den Bauunterhalt der staatlichen Schulen von der Gemeinde bzw. vom Landkreis zu tragen waren, obwohl die Schule Staatseigentum war. Nur 1.500 Reichsmark konnten bis 1948 für die Behebung der Kriegsschäden ausgegeben werden. Ab dem 14.9.1948 wurde die Turnhalle von der Stadt zeitweilig als Getreidelager genutzt. Stadtinspektor Kapitola kam zu dem Ergebnis, dass die Instandsetzung der "Abort"anlage, die Be-und Entwässerungsanlagen und der Einbau neuer Fensterscheiben notwendig seien. Kriegsbedingt fand seit dem 12.4.1945 an unserer Schule kein Unterricht mehr statt. Erst am 1.10.1945 konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden.
Im Zuge der politischen Umgestaltung in der sowjetischen Besatzungszone entließen die Verantwortlichen die Lehrer, die Mitglied in der NSDAP waren. Ab 1946 konnten Schüler wieder die Reifeprüfung ablegen.
Infolge der Entnazifizierungspolitik der sowjetischen Militäradministration kam es am Gymnasium zu Lehrermangel.
Damit der Schulbetrieb zur kalten Jahreszeit einigermaßen abgesichert werden konnte, musste Heizmaterial in Form von Kohle beschafft werden. Zum Teil brachten die Schüler selbst Briketts mit in die Schule.
Da für eine "Generalreparatur" nie genug Geld vorhanden war, erfolgten sogenannte "Flickarbeiten" in den 50er und 60er Jahren, wie beispielsweise Reparaturen am Dach, Fußbodenerneuerung etc. Das Malern der Korridore und Klassenräume wurde hauptsächlich von Schülern und Eltern übernommen, um Geld zu sparen.
Ende der 50er Jahre setzte die so genannte "Polytechnisierung" in der DDR ein. Die Einführung Polytechnischen Unterrichts (etwa 1958) ist Beleg dafür. Der Polytechnische Unterricht bestand aus zwei theoretischen ESP und Technisches Zeichnen) und einem praktischen Teil (Unterricht in der Produktion-UTP). In den Jahren der DDR-Regierung blieben bauliche Maßnahmen auf ein Minimum begrenzt. Erst mit der Wende setzte in umfangreichem Maße die Neugestaltung des Gymnasiums zur modernen Bildungsstäte unter Berücksichtigung des historisch-architektonischen Bezugs ein.
Die Schulgeschichte von 1945-1960 ist ausführlich nachzulesen in der Festschrift "100 Jahre Schulgebäude" welche über das Sekretariat erworben werden Kann. 
   

 

Umfangreiche Maßnahmen der Neugestaltung setzten ein , um das Gymnasium zu einer modernen Bildungsstätte, unter Berücksichtigung des historisch-architektonischen Bezugs zu gestalten. In den Jahren 1990-1994 wurde die Aula komplett renoviert und neu bestuhlt. Es folgten Elektroinstallationsarbeiten im ganzen Haus und im Kellergeschoss entstanden ein entsprechender Elektroraum und ein neuer Klassenraum. Die Fenster der Nord-und Südfront wurden erneuert und die Turnhalle saniert.
Mit neuen Schulräumen und Fachkabinetten (Physik, Chemie, Biologie, Kunst) verbesserten sich in den Jahren 1995-1998 die Unterrichtsbedingungen für die Schüler und Lehrer. Ein ganz wesentlicher Grundstein für diese umfangreichen Arbeiten war die Bestätigung der Oberfinanzdirektion Chemnitz im Jahr 1995, dass die Immobilie mit Schule und Grundstück im Eigentum der Stadt Borna bleibt. Insgesamt wurden über vier Millionen € "verbaut".
Im Jahr 2006 erfolgte die Verschmelzung mit dem Pestalozzi-Gymnasium Borna. 
   

 

Die Sanierungsarbeiten sind mittlerweile soweit fortgeschritten, dass nach dem Ausbau des Dachgeschosses und der kompletten Dacherneuerung die Außenfassade weithin hell erstrahlt.
Ab März 2009 wurden auch die Bleiverglasungen der Aulafenster überarbeitet. Die Aula ist momentan noch eine Baustelle, aber in wenigen Wochen soll auch sie im neuen Glanz erscheinen. Dazu gehört ein heller Anstrich, sowie Umbauarbeiten hinter der Orgel. Damit sind nun alle Hindernisse, für eine endgültige Restauration der Orgel mit den Spendengeldern, beseitigt.
Der nächste Bauabschnitt besteht darin am Hauptgebäude einen Anbau zu errichten. Dieser entsteht am Ende des Südflügels und enthält dann weitere Räumlichkeiten, durch welche sich die Lernbedingungen des Gymnasiums erheblich verbessern werden.
Eine letzte Baumaßnahme, welche voraussichtlich 2013 zu Ende geht, wird sich der Neugestaltung der jetzigen Turnhalle zu einer neuen Mensa widmen.
Mit der Gestaltung der Außenanlagen ist dann ein moderner, sehr schöner Schulstandort in Borna geschaffen.
 

Am 11. Januar 2010 wurde die Aula, in Anwesenheit der Oberbürgermeisterin Frau Lüdke, dem Architekten Herrn Beier, dem Elternratsvorsitzenden Herrn Schwäbl unseren Schülern und Lehrern zur Nutzung übergeben.
Dic, cur, hic erscheint nun wieder als Schriftzug in der Aula.

 

   
 
 
 

Im September 2008 begannen umfangreiche Bauarbeiten im gesamten Schulgelände. Über 6 Millionen Euro wurden für Rekonstruktionen und Erweiterungsbauten investiert. Im Zuge der Neueindeckung des Daches mit Biberschwanzziegeln wurde die teilweise Erneuerung des vorhandenen Dachstuhls notwendig. So entstanden bis 2010 sechs neue Unterrichtsräume im Dachgeschoss. Im Frühjahr 2010 konnte ein Personenaufzug in Betrieb genommem werden.
Bei der Totalrenovierung der Fassade aller Schulgebäude ermöglichten vorhandene Vorlagen und Bauzeichnungen, die zur Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes führten.
In weiteren Bauabschnitten erfolgten der Umbau der Turnhalle zur Mensa und ab September 2010 ein Schulerweiterungsbau mit verglastem Verbindungsgang zum Hauptgebäude. Gleichzeitig wurden der Schulhof und die gesamten Außenanlagen neu gestaltet bzw. angelegt.
Mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 können 720 Schüler in einem gelungenen Ensemble aus Tradition und Moderne lernen.

 

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